#Mitternachtsgedanken… Hilflos oder Schmarotzer?

#Mitternachtsgedanken… Hilflos oder Schmarotzer?

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Hey Leute,

da ich heute wieder damit konfrontiert wurde, einem Menschen, der kein Deutsch und nur gebrochenes Englisch konnte zu seinem Zug zu kommen, nehme ich diesen Anlass um das Thema Asylanten (nochmals) aufzugreifen.

Heute wurde ich von 3 männlichen, jungen Asylanten angesprochenen, wovon einer in der Lage war mich zu fragen, wo er hin muss. Welche Sprache sie genau gesprochen haben, konnte ich leider nicht ausmachen, eventuell war es sogar Französisch, allerdings habe ich das dann gar nicht verstanden. Jedenfalls war ich ziemlich verwirrt, als er zu MIR kam und MICH gefragt hat, ob er denn richtig sei, anstatt einen Mitarbeiter am Bahnhof. Wo zur Hölle waren die schon wieder? Wieso kümmert sich keine um sie? Die waren völlig verzweifelt und wussten nicht weiter, und der Einzige bzw. die Einzige, die es für nötig hielt ihnen zu helfen war ICH? Ich habe ihnen dann, so gut es ging, mit Händen und Füßen zu verstehen gegeben, dass ich zwar keine Ahnung hätte wo diese Stadt liegt, dass sie aber zumindest schon mal am richtigen Gleis stünden und den nächsten Zug nehmen müssten. Daraufhin waren sie schon mal sehr beruhigt.

Des Weiteren habe ich auch auf meiner Fahrt nach Frankfurt bemerkt, dass absolut NIEMAND es für nötig hält einem normalem Menschen anderer Herkunft zu erklären, dass das Klo defekt ist. Der Arme stand 5 Minuten davor und rüttelte an der Tür -scheinbar war es dringend- bis ich ihm mit einem Kopfschütteln -er verstand kein Englisch- und einem Hinweis mit der Hand in die andere Richtung zu verstehen gab, dass er weiter gehen müsse, da selbst der Schaffner einfach vorbei gelatscht ist, ohne etwas zu machen. Ich möchte mich nicht darüber aufregen, dass sich vielleicht viele nicht trauen ihm zu helfen oder so, wenn es darum geht mit ihnen zu arbeiten oder sie zu integrieren etc. einfach, weil es ungewohnt ist, allerdings habe ich kein Verständnis dafür, dass sich ein erwachsener Mann nicht dazu verpflichtet fühlt, einem jugendlichen Asylanten darauf hinzuweisen, dass die Toilette defekt ist und er eine andere nehmen muss. Wie würdet ihr euch denn an seiner Stelle fühlen? Größtenteils wollen sie arbeiten, in meiner Gemeinde ist es sogar so, dass sie dem Gartenbauverein geholfen haben, weil sie etwas tun wollten, sie können nur nicht sofort. Letztens sind sie sogar rumgelaufen und haben dankbar Rosen verteilt, weil wir sie aufgenommen haben. Seht sie nicht als Schmarotzer, sondern als Menschen wie du und ich.

Ich möchte nur noch eines sagen, damit der Beitrag nicht zu lang wird: Denkt immer daran, was diesen Menschen widerfahren ist und wieso sie ihr Land überhaupt verlassen haben. Freiwillig sicher nicht, sondern weil einfach niemand dazu in der Lage ist, die Probleme zu lösen bzw. sich überhaupt damit auseinanderzusetzen und der Rest der Welt einfach die Augen zu macht, weil es einen schon nichts angehen wird. Denkt nach Leute. Seid tolerant, ihr müsst nichts Großes bewegen, aber zumindest keine angewiderten Blicke oder konsequente Abneigung, ohne Grund, ist doch drin, oder?

Bis dahin.. Salut & nehmt es nicht böse..

Naty

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